| |
Das Besondere der Sächsischen
Schweiz
Die Sächsische Schweiz ist zweifellos eine
der bekanntesten und schönsten Landschaften Deutschlands. Sie gehört zu
den beliebtesten Erholungs- und Wandergebieten und wird jährlich von fast 3 Millionen
Urlaubern und Touristen besucht.
Die eigenartige Natur der Sächsischen Schweiz
beeindruckt zuerst durch die Sandsteinfelsen in Form von
Tafelbergen oder frei stehenden Kletterfelsen,
langen Felsfluchten und zerrissenen Felsrevieren, aber auch durch tief eingeschnittene
Täler, felsige Schluchten und trockene Gründe.
Die
Sächsische Schweiz wird außerdem von der Elbe geprägt, die in zwei großen
Schleifen zwischen Bad Schandau und Stadt
Wehlen mitten durch die Landschaft fließt. Als wichtiger Verkehrsweg
öffnet das Elbtal den Zugang zur Sächsischen Schweiz.
Schließlich gab die Elbe in Verbindung mit der charakteristischen Gesteinsschicht
dem Gebiet auch den wissenschaftlichen Namen "Elbsandsteingebirge"; dabei wird
der tschechische Teil mit erfaßt.
Das 1956 festgelegte "Landschaftsschutzgebiet
Sächsische Schweiz" umfaßt mit einer Fläche 368 km2 das gesamte Erholungsterritorium
und geht dabei über den zusammenhängenden Bereich des Sandsteines hinaus.
Die Eingangspforten in die Sächsische Schweiz, die beiden
Kreisstädte Pirna und Sebnitz, liegen außerhalb,
am Rande des Landschaftschutzgebietes. Etwa ein Viertel
seiner Fläche, vor allem die zusammenhängenden Felsreviere im vorderen
und hinteren Teil der Sächsischen Schweiz rechts der Elbe, ist 1991 in
den Status eines Nationalparkes erhoben worden.
Das Elbsandsteingebirge ist Bestandteil der im Grenzgebiet
Sachsens zur CR gelegenen Mittelgebirgsschwelle. Die höchsten Erhebungen
dieses Gebietes sind der 726 m hohe Decinsky Sneznik (Hoher Schneeberg) im Labske
piskovce sowie der Große Zschirnstein (561 m) und der Große Winterberg (552 m)
in der Sächsischen Schweiz. Sie bleiben weit unter den Höhen des Erzgebirges.
Somit ist der Gebirgscharakter hier weniger durch die absolute Höhe als durch
die relative Höhe begründet.
Die Sandsteinfolge mit eingeschalteten tonreicheren
Zwischenschichten und der ausgeprägten Klüftung gestatteten der Elbe und ihren
Nebenflüssen in jahrtausendlanger ausräumender Tätigkeit die Herausbildung charakteristischer
Landschaftsformen, die den Reiz dieses Gebietes ausmachen. Die Abtragung der ursprünglich
zusammenhängenden Sandsteinplatte tritt am deutlichsten im linkselbischen Gebiet
in Erscheinung. Bei oftmaliger Laufverlegung wurde das Flußsystem der Elbe über
tonhaltigen Zwischenschichten in der Tiefenerosion behindert, dabei kam es zur
Herausbildung der Ebenheiten (Bezeichnung für flachwellige Plateaus) und darüber
aufragender Abtragungsreste der "Steine" Tafelberge, wie Pfaffenstein oder Lilienstein,
stellen hinsichtlich ihres Umfangs noch eine Sächsische Schweiz im kleinen dar.
Rechtselbisch haben neben der Elbe auch Polenz, Sebnitz und Kirnitsch für eine
flächenhafte Abtragung gesorgt, jedoch blieben gerade hier Felsenreviere unterschiedlichen
Umfangs erhalten.
Eine Besonderheit im Sandstein der
Sächsischen Schweiz stellen mannigfache Kleinformen
der Verwitterung dar; zu den auffälligsten gehören die Wabenbildungen an
vielen Felswänden. Verwitterungs- und Abtragungsvorgänge schreiten voran. Felsstürze
verkleinern die Tafelberge, gefährdeten im Elbtal die Verkehrswege und führten
zum Einsturz von Felstürmen. 
Die Barbarine am Pfaffenstein verdankt umfangreichen steinkonservierenden Maßnahmen ihre weitere Erhaltung.
Die rund 800jährige Steinbruchtätigkeit führte im Elbtal teilweise zu Veränderungen
des ursprünglichen Charakters des Gebietes und unterstreicht die außerordentliche
Bedeutung des Sandsteins als Bau- und Bildhauermaterial.
Geologischer Überblick: Zu Beginn der Oberkreidezeit, vor rund 100 Mill. Jahren, nahm das Kreidemeer Besitz
von weiten Teilen Mitteleuropas, darunter auch vom Raum der heutigen Sächsischen
Schweiz und benachbarter Gebiete. Aus umliegenden Festlandgebieten transportierten
Flüsse Verwitterungs- und Abtragungsprodukte in das Meer, wo der aus Granit- und
Schiefergesteinen bestehende Untergrund nach und nach verhüllt, d.h. überlagert
wurde. Die so aufgebaute, sandig ausgebildete Schichtenfolge enthält auch einzelne
Horizonte mit tonigen Bestandteilen. Hartteile von abgestorbenen Meereslebewesen
(Muscheln, Seeigel usw.) wurden darin eingebettet und liefern heute als Abdrücke,
Steinkerne und andere Lebensspuren einen Beweis für die marine Entstehung des
Sandsteines. Die Mächtigkeit der Ablagerungsfolge betrug beim Rückzug des Meeres
nach 7 Mill. Jahren etwa 600 m. Nach und nach kam es zu einer Verfestigung der
ursprünglich lockeren Ablagerungen.
Klimatisch gehört
das Elbsandsteingebirge in den höheren und extremen Lagen zum kühlen
Gebirgsklimatyp. Die mittleren und tieferen Bereiche zählen überwiegend
zum gemäßigten Gebirgsklimatyp. Für die höheren Lagen gibt es keine vergleichbaren
klimatologischen Normalwerte, doch dürften hier Jahresdurchschnittstemperaturen
zwischen 6,5 und 6,0 Grad Celsius herrschen.
Hinsichtlich
der Vegetation sei bemerkt, daß das gesamte Elbsandsteingebirge schon seit
längerer Zeit forstlich durch die Bevorzugung der Waldkiefer, aber auch der Fichte
gekennzeichnet ist. Auf den Talsohlen mit ständig intensiver Wasserversorgung
und einem feucht-kühlen Klima stockt besonders im ostelbischen Bereich ein Ahorn-Eschen-Schluchtwald
mit einem hohen Anteil an Eschen. Beigemischt sind in der Baumschicht u.a. Bergahorn,
Bergulme, Hainbuche, vereinzelt Schwarzerle und Winterlinde. In der Strauchschicht
sind Haselnuß und Bergholunder zu beobachten. Wer sich mit den feucht-kühlen Standorten
des Elbsandsteingebirges beschäftigt, dem wird der Farnreichtum auffallen. Wenn
auch die Vorkommen des englischen Hautfarns längst erloschen sind, so kann man
sich z.B. noch immer an vielen Exemplaren des Rippenfarns, des Berglappenfarns,
des Eichen- und Buchenfarns, des Zerbrechlichen Blasenfarns oder des Frauenfarns
erfreuen. Saubere, klare, oft von Schwarzerlen umsäumte Bäche bieten dem zoologisch
interessierten Touristen mit dem Eisvogel, der Wasseramsel, der Gebirgs-
und Bachstelze oder der munteren Bachforelle, der Äsche oder der Elritze eine
vielfältige Tierpopulation. In den vom Besucherstrom relativ fern gelegenen Kiefern-
und Fichtenforsten sowie naturnahen Wäldern gibt es Bestände an Hirschen, Rehen
und anderem Wild, das erfolgreich ausgesetzte Muffelwild. Als charakteristische
Vogelarten seien für die Nadelholzbestände Bunt- und Schwarzspecht, Gimpel,
Fichtenkreuzschnabel, Goldhähnchen, verschiedene Meisen und nicht zuletzt als
Besonderheiten Rauhfuß- und Sperlingskauz genannt. Die an Höhlen reichen Sandsteinfelsen
beherbergen u.a. Fledermäuse, Siebenschläfer, Falken und Hohltauben.
Geschichte: Erste Spuren menschlicher Ansiedlung, eine vorübergehende Wohnstätte auf
dem Pfaffenstein und Siedlungsreste am Elbabhang bei Schöna, sind aus der Bronzezeit
(2200-800 v. Chr.) bekannt, ebenso Gerätefunde am Steinernden Tisch nahe der Bastei.
Auch aus den folgenden Jahrhunderten finden sich nur Spuren von Streifzügen, bis
sich nach 500 n. Chr. Die Slawen im Elbegebiet niederließen. Bodenfunde über eine
Besiedlung des eigentlichen Gebirges zu dieser Zeit existieren nicht. Der Elbzoll
bei Meißen (983) belegt erstmals den Elbhandel. Die feudale deutsche Eroberung
des Elbe-Saale-Gebietes seit 929 und die etwas frühere Bildung eines Feudalstaates
in Böhmen schufen die Voraussetzungen für tiefgreifende Veränderungen in der zum
slawischen Gebiet gehörenden Sächsischen Schweiz. Mehrfach wechselte das Gebiet
seit 10074 den Besitzer und war schließlich für längere Zeit bömisch. In Dohna,
am nordwestlichen Rand des Gebirges, entstand schon im 11. Jh. eine Herrenburg.
Im 13. Jh. Begann die bäuerliche Besiedlung des Gebietes, verbunden mit umfangreichen
Rodungen auf den Ebenheiten beiderseits der Elbe. Auf der rechtselbischen Seite
förderten die Meißener Bischöfe von dem etwa seit 1220 zu ihnen gehörenden Stolpen
aus die Besiedlung. Es entstanden eine Reihe von Burganlagen. Auf dem Königstein der zu dieser Zeit noch keine Steinburg war, sondern ein befestigter Fels, wurde
1241 eine Vereinbarung geschlossen, die den bischöflich meißnischen und den königlich
böhmischen Besitz abgrenzte. Vor allem am Handelsweg Elbe entstanden kleine Städte.
Das Eingreifen des Markgrafen von Meißen in eine Fehde der Burggrafen brachte
große Teile des linkselbischen Gebietes, auch den Königstein, in den Besitz der
wettinischen Markgrafen, die 1423 zu Kurfürsten von Sachsen aufstiegen. Auf der
rechtselbischen Seite erwarben die Wettiner von dem böhmischen Adelsgeschlecht
1443 das Gebiet um Hohnstein und 1451 das um den Wildenstein. Schließlich legte
der Vertrag von Eger 1459 für Jahrhunderte die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen
auf der Höhe des Gebirges fest, wie sie heute noch als Grenze verläuft. Ein Zinsverzeichnis
verschiedener Dörfer aus der Mitte des 15. Jh. Weist Ackerbau, Viehzucht und Fischfang
als die Hauptbeschäftigungen aus. Neben Natural- und Geldabgaben mußten Frondienste
geleistet werden. Die Leibeigenschaft war in diesen Orten der bäuerlichen Besiedlung
nicht verbreitet. In Pirna nahm die gewerbliche Produktion einen größeren Umfang
an. 1500 waren dort 47 Tuchmacher tätig. Seit dem 16.Jh. drang die Textilherstellung in größerem Maße vor allem rechts der Elbe in die Dörfer. 
An verschiedenen Stellen
des Gebirges wird bis heute Sandstein gebrochen. Anfänge solcher Steinbrucharbeiten setzten am Ende des 14.Jh. ein. Höhepunkte des Sandsteinbrechens ergaben sich
aus der umfangreichen Bautätigkeit zur Zeit des Barock (18.Jh.). Seit 1557 ist
in Schandau Schiffbau bezeugt. Holzflößerei ist auf der Biela erstmals 1568 nachgewiesen.
Am oberen Flußlauf der Kirnitsch wurden im 16. Jh. Staustufen gebaut, um einen
kontinuierlichen Abtransport der Stämme zu gewährleisten. In den Tälern der kleinen
Nebenflüsse der Elbe entstanden zahlreiche Mühlen zum Holzschnitt, zum Mahlen
von Getreide u.a. Seit dem 16. Jh. mußten dem Landesherren Fuhr- und Jagdfronen
geleistet werden. Da das Wild schwere Schäden auf den Feldern der Bauern verursachte,
erhoben sich diese Ende Mai 1790 in Dorf Wehlen, Lohmen und anderen Orten gegen
das herrschaftliche Jagdrecht. Wenige Wochen später begann in Folge der großen
Unzufriedenheit auf dem Land unter dem Einfluß der Französischen Revolution im
Gebiet um Meißen der Sächsische Bauernaufstand. Der Aufstand dehnte sich rasch
auf große Teile des Kurstaates aus. Nach der industriellen Revolution wandelte
sich die Wirtschaftsstruktur grundlegend, und es verdichtete sich das Verkehrsnetz.
1873 wurde die Dampfschiffahrt auf der Elbe aufgenommen und 1848 verband eine
Eisenbahnlinie Dresden mit Pirna. In Pirna wuchsen Ende des 18. Jh. Aus Handwerksbetrieben
kleine Fabriken. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. Kamen Betriebe für den Maschinenbau,
Zellulose und Kunstseideherstellung hinzu. Seit dem Anfang des 19. Jh. bis zur
Mitte des 20. Jh. Vergrößerte sich die Einwohnerzahl der Dörfer. Grundlegend wandelten
sich die Eigentumsverhältnisse nach 1945 in der Landwirtschaft. Durch die Enteignung
entstandenen Großbetriebe werden seit 1990 umstrukturiert. In einigen Orten des
Gebirges gab es schon seit dem ausgehenden 18. Jh. einen begrenzten Bade- und
Kurbetrieb. (Berggießübel seit 1772, Schandau ab 1779). Bad
Schandau ist das einzigste Kurbad geblieben. Der aufkommende Fremdenverkehr
seit der 2. Hälfte des 19.Jh. ließ zahlreiche Orte, besonders im Elbtal, zu Touristenzentren
werden.
Heute sind nahezu alle Städte und Dörfer in das
Erholungswesen einbezogen. |
|
| |
Hinterhermsdorf
- Sebnitz - Stadt Wehlen
Hinterhermsdorf Ortsteil der Stadt Sebnitz
Schon
vor vielen Jahren kamen die Sommerfrischler nach Hinterhermsdorf
und auch heute noch ist dieser Ort ein lohnendes Ziel für
alle Wander- und Naturfreunde. Wir haben genau aus diesen
Gründen hier Quartier genommen. Zahlreiche Ausflusgziele,
Radwanderwege bis zu unseren tschechischen Nachbarn, Kahnfahrten
auf der oberen Schleuse der Kirnitzsch, die Aussicht vom
Weifbergturm (Aussichtsturm) ebenso wie die Nähe der Ausflugsziele
der Sächsischen Schweiz machen diesen Ort zu einem touristischen
Kleinod. Wanderkarte der Umgebung
Sebnitz
- Stadt der Kunstblumen oder Stadt der Seidenblumen -
als große Kreisstadt mit mehrere Orten ist Sebnitz
größter
staatlich anerkannter Erholungsort Sachsens. Dieser
Ort wird natürlich durch die große Tradition
der Herstellung von Kunstblumen geprägt,
mit der er international bekannt wurde.
Zahlreiche Ausflugsziele in die Sächsische Schweiz oder des östlichen
Erzgebirges sind in der Nähe und machen auch Sebnitz zu
einem interessanten touristischem Ziel.
Wehlen ist für die mit
Bahn und Schiff Anreisenden das erste Touristenzentrum der Sächsischen
Schweiz.
Es ist Ausgangspunkt für Wanderungen in das Bastei
-Gebiet,
auf die Bärensteine und den Rauenstein. Hier öffnet sich vom Elbtal aus
der Blick auf die Felswände der Bastei. Die kleine Stadt (1600 Einwohner)
wird volkstümlich
"Wehlstädtel" genannt, im Unterschied zu dem auf der Höhe liegenden Dorf
Wehlen. Mit ihren Ortsteilen Pötzscha und Zeichen zieht sich die Stadt
Wehlen kilometerweit auf beiden Seiten der Elbe entlang, da landeinwärts
keine Ausdehnung in den hier einmündenden, trockenen und engen Wehlender
Grund erfolgt ist. Dafür klettert
die Besiedlung stellenweise am steilen Elbhang hinauf. Die Stadt Wehlen
ist wohl erst um 1400 im Schutz der schon im 13. Jh. nachgewiesenen Burg
entstanden. Als Ausschiffungsplatz für den in der Umgebung gewonnenen
Sandstein erlangte der Ort neben dem nur geringen lokalen Handwerk Bedeutung.
Industrie ist bisher nicht ansässig. Mit der Dampfschiffahrt
und der Eisenbahn blühte
Stadt Wehlen im 19. Jh. zu einem bedeutenden Touristenzentrum auf,
das jährlich u.a. 11.000 Feriengäste beherbergt. Der kleine Markt mit
Rathaus und Kirche bildet das Zentrum des Städtchens. Die Kirche ist erst
1883 an dieser Stelle errichtet worden, da die alte schon im 15.Jh. genannte
Kirche der Zerstörung anheim
fiel. Die alte Kirche war direkt an den Fels des Burgberges angelehnt.
Treppen führen hinaus zum Burgberg, einem schmalen Rücken der Stadt, auf
dem nur noch Mauerreste an die ehemalige Burg erinnern. Er
bietet aber schöne Aussicht auf Stadt Wehlen und das Elbtal. Der Pflanzengarten,
1925 vom Bergsteiger Hans Thumm angelegt, erschließt dem Besucher die artenreiche
Flora des Elbsandsteingebirges. In dem dazugehörigen kleinen Museumsgebäude
befindet sich ein Heimatmuseum über das
Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz. Schönste
Straße im Ort mit anheimelnden
Gebäuden ist die Mennickestraße, die als Hochuferstraße elbaufwärts
bis zum Kurgarten führt. Das Haus Nr. 11 ist das letzte Umgebindehaus
im Ort, es stammt aus dem Jahre 1760. Auffallend sind die Uferschutzbauten,
Halben genannt, die die Stadt vor Eisgang und Hochwasser schützen sollen. Hochwassermarken
an einigen Gebäuden künden von den gewaltigen Ausmaßen der Elbhochwässer. |
|