Rund um den Hexentanzplatz spannt sich
ein Netz von insgesamt 122 Kilometer wunderschöner
Wanderwege. Für neue und noch unerfahrene Leisetreter aber auch für altgediente
Stiefel, die schon so manchen Felsen erklommen haben. Und natürlich für Augen,
Ohren und Seelen derjenigen, die sie tragen.
Also ein Ausflugstipp für die Wanderer - der Hexentanzplatz mit Aussichtspunkten (451 m), Wachlerfelsen, Homburgwarte, Bergstation der Kabinenbahn mit Brockenblick, Bodetalblick mit Brockenmassiv. Tierpark, Bergtheater und Walpurgishalle, ca. 2 Std.
Nicht versäumen sollte man den Weg mit der Schwebebahn aus Sicht des Adlers. Der König
der Lüfte kann diese grandiose Aussicht auf das Bodetal stundenlang genießen,
wir für einige Momente. Fast zehn Minuten dauert die Erlebnisfahrt in der Kabinenbahn
auf einer Strecke von 720 Metern. Vorbei an schroffen und steil aufragenden Felswänden,
hinauf zum Hexentanzplatz. Und wenn wir einen besonderen Höhepunkt erleben wollen,
dann krönen wir den Ausflug mit einer Vorstellung auf der Naturbühne.
Naturwunderwelt Bodetal - Tief hinein
in den harten Granit schneidet allein die Kraft des Wassers eine Kerbe in den
Felsen. Das Tal beschützt seltene Pflanzen und Tiere, die schon wenige Kilometer
weiter keine Heimat mehr fänden. Noch vor zweihundert Jahren war diese Gegend
des Harzes fast unpassierbar. Heute ist es ein Eldorado für Biologen und Geologen.
Heute können auch wir entlang der Bode wandern und all die kleinen Naturwunder
ausgiebig bestaunen. Angesichts dieser paradiesisch anmutenden und einmaligen
Natur-Vielfalt vergessen so manche, wo sie sich befinden: in mitten Deutschlands.
Natur - pur im Harzer Nationalpark. Im Harz gibt es zwei Nationalparks, die aneinander angrenzen. Der Nationalpark Hochharz besteht seit dem 01.10.1990 auf der sachsen-anhaltinischen Seite, während der niedersächsische Nationalpark Harz erst seit dem 01.01.1994 besteht. Insgesamt erstrecken sich die Nationalparke über eine Fläche von ca. 21700 ha und schützen somit die Hochmoore, die Brockenkuppe mit ihren seltenen Pflanzen und die Tierwelt. Alles, was im Harz kreucht und fleucht, tummelt
sich hier. Wölfe, Nerze, Katzen und Auerhähne. Insgesamt mehr als
70 Arten. Und weil sie sich wohlfühlen, vermehren sie sich auch fleißig. Nachkommen
selten gewordener Tiere gehen von hier aus auf die Reise. Damit es auch woanders
wieder keucht und fleucht.
Im Oberharz findet man sehr viele Bergseen, die noch von den Bergleuten angelegt wurden. Diese klaren Gewässer laden im Sommer zum Schwimmen ein.
Doch auch die Thermalbäder (Foto: Soletherme Bad Harzburg) in den attraktiven Harzer Kurorten bieten unseren Gästen Entspannung.
Die sanfteren Hügel des Harzvorlandes werden im Harz bald von tiefen Tälern und schroffen Felsen abgelöst. So sind das Okertal, das Bodetal (Foto links) und das Selketal nicht nur für Wanderer ein
Paradies, sondern auch Kletterer kommen in einigen Gebieten voll auf ihre Kosten.
Das Besondere im Harz
Dies nördlichste deutsche Mittelgebirge
kann nach 28 Jahren der Grenzbefestigung nunmehr grenzenlos von West nach Ost
und umgekehrt bereist und erwandert werden. Der Harz stellt mit seiner vielfältigen
Landschaftsstruktur ein gern besuchtes Urlaubsziel dar. Der östlich
gelegene Unterharz weist im Gegensatz zum westlichen Oberharz
ein milderes Klima auf. Der Mittelharz mit dem Brocken ist
bekannt für häufigen
Nebel, der sich allerdings vormittags oder nachmittags auf dem Brocken schnell
heben kann und einen wunderbaren Blick über das ca.
90 km lange sowie ca. 30 km breite Gebirge mit seinem Vorland
freigibt.
Der Harz und seine Geschichte
In
den Randgebieten stammen die ältesten Besiedlungsnachweise aus der
Altsteinzeit (100.000 v. Chr.). Die natürlichen Höhlen des Harzes
selber weisen ebenfalls Nutzungsspuren aus dieser Zeit auf. Seit
dem 3./4. Jh. spielte der Erzabbau eine wichtige Rolle. Seine Rentabilität
ging erst im 20. Jh. zurück. Zahlreiche Bergwerksmuseen, Industriemuseen und viele andere Einrichtungen ermöglichen einen Einblick in die vielfältige Industriekultur des Harzes.
Die zahlreichen Burgen und Schlösser aus dem Mittelalter weisen nicht nur auf die führende Rolle des Harzes in den ersten Jahrhunderten des Deutschen Reiches hin, sondern
auch auf das Kleinstaatenwesen jener Zeit. (Foto: Wernigerode) In Quedlinburg wurden
bis zur Mitte des 12. Jh.s Reichstage abgehalten, Wälder des Harzes
zum Reichsbannforst erklärt und damit
zum Jagdrevier deutscher Kaiser und Könige. Zu Beginn des 13. Jh.s
verloren diese an Einfluss und dadurch auch das Rittertum. Von letzteren
erschlossen sich einige als Raubritter neue Einnahmequellen durch Überfälle
und Plünderung von Dörfern
und Städten. Das zur gleichen Zeit erstarkende Bürgertum setzte sich
erfolgreich zur Wehr, zerstörte viele Festungen und stellte die
Sicherheit der Straßen und
Städte wieder her, eine wichtige Voraussetzung für die wirtschaftlich
bedeutenden Handelswege der Region. Reformation, Bauernkrieg und
Dreißigjähriger Krieg hinterließen
ihre zerstörerischen Spuren. Richtete sich die Empörung der Bauern
gegen die Grundherren und beschädigte zumeist Klöster ( z.B. Kloster
Blankenburg), so wurden während
des Dreißigjährigen Krieges ganze Ortschaften niedergebrannt (Elbingerode,
Ilsenburg) sowie das gesamte Harzgebiet sehr stark in Mitleidenschaft
gezogen. In den nachfolgenden Jahrhunderten hat man die Städte wieder
aufgebaut und mit bemerkenswerten Kunstwerken ausgestattet. Seine
geistige politische Bedeutung konnte das Gebiet aber nicht mehr
erlangen. Allerdings sorgte der sich langsam entwickelnde Fremdenverkehr
seit dem Ende des 18. Jh.s für zunehmende Beliebtheit des Harzes.
Wesentlich trugen dazu die Reiseschilderungen berühmter Dichter bei, wie Goethe, Heine und Andersen. Auch die verbesserten Straßen
und der Ausbau des Eisenbahnnetzes waren wesentlich bei dieser
Entwicklung. Stagnation und Rückschritt brachte die Teilung Deutschlands
und des Harzes nach dem Zweiten Weltkrieg. An ihrer Überwindung
nach der Wiedervereinigung wird intensiv gearbeitet.
Der Brocken
In Goethe fand dieser Berg seinen bekanntesten und nachhaltigsten
Bewunderer. 1777 unternahm er die erste Winterbesteigung des Gipfels
vom Torfhaus aus, über Eckersprung und Königsberg. Seit 1891 wird
diese Strecke Goetheweg genannt. Er verarbeitete seine Eindrücke
dieser sagenumwobenen Landschaft in seinen Werken. Bekanntestes
Beispiel ist die Walpurgisnacht im Faust.
Der Beginn des Brockentourismus geht
aber eigentlich auf den Herzog von Braunschweig zurück, der 1591
seiner Gemahlin den höchsten
Berg des Landes zeigen wollte. Im 18. Jh. wurden Fahrwege bis zur
Heinrichshöhe
angelegt, wo 1743 das erste Brockenhaus, ursprünglich für die Torfarbeiter,
errichtet wurde. Auf dem Gipfel stand bereits seit 1736 eine kleine
Schutzhütte, das sogenannte
Wolkenhäuschen. Im 19. Jh. musste das Brockenhaus nach mehreren Bränden
neu gebaut werden, wobei die Kapazitäten jeweils erweitert wurden.
Von 1899 bis zum 12. August 1961 und wieder seit dem Jahr 1992 ist
der Gipfel mit der Brockenbahn erreichbar.
Die deutsche Teilung
verlief mitten durch den Harz, und der Brocken (Foto: Brocken im Winter) lag fortan im östlichen
Teil Deutschlands, im Grenzsperrgebiet, nur noch mit Passierschein
besteigbar, auf Militär und Meteorologen beschränkt. Anstelle des
Hotels wurden Kasernen gebaut und der Gipfel 1981 mit einer 3 m
hohen Mauer umgeben. Im Dezember 1989 bekamen die ersten Touristen
wieder Zutritt zum Berggipfel mit den bizarren Granitfelsen "Hexen
-Waschbecken", "Hexen - Altar" und "Teufelskanzel". Die Bode
Die Bode (169 km Länge) hat ihr Quellgebiet in den niederschlagsreichen
(1000 bis1600 mm/Jahr) Hochmooren des Oberharzes. Unterhalb des
Brockens entspringen die Kalte u die Warme Bode, weiter südlich
die Rappbode. Ab Wendefurth zur Bode vereint, durchfließt sie Thale
und Quedlinburg und mündet bei Nienburg in die
Saale. Tief hat sich der Fluss in das Harzgestein eingeschnitten,
ganz besonders eindrucksvoll am dicht bewaldeten nördlichen Harzrand
bei Thale. Wichtig wurde der Fluss durch den Bau von Talsperren
für die Trinkwasserversorgung des östlichen
Harzvorlandes, des im Regenschatten des Gebirges liegenden industriellen
Ballungsgebietes um Halle, Leipzig und Magdeburg. Gleichzeitig dienen
die Bodetalsperren - 1959 wurde das Kernstück des Systems, die
Rappbodetalsperre in
Betrieb genommen - zur Energiegewinnung und als Hochwasserschutz. (Foto: Rappbodestausee)
Pläne für
die Talsperre bestanden bereits seit 1911. Einschließlich weiterer
Sperren und Staubecken können nahezu 2 Millionen Menschen mit Trinkwasser
versorgt werden.
Die
Sage vom Hexentanzplatz
Auf hohen
Felsen, welcher links am Eingang in das untere Bodetal hoch in die Lüfte ragt
und unter dem Namen Hexentanzplatz bekannt ist, lebte
der Sage nach ein altes Zauberweib namens Watelinde, welches durch ihre höllischen
Künste viel Unheil anrichtete und von allen Harzbewohnern sehr gefürchtet wurde.
Sie lockte mit Vorliebe fromme Jungfrauen, durch allerlei schöne Versprechungen
an sich, um ihren Zauber über sie werfen und ebenfalls Hexen aus ihnen machen
zu können. An einem schönen Sommerabend ging die Jungfrau Hilda aus Thale in den
Wald, um heilsame Kräuter zu suchen. Als es dunkel wurde und ihr Körbchen fast
gefüllt war, schickte sie sich an heimzugehen. Nach knapp hundert Schritten brach
der Mondschein durch die Baumwipfel, da fiel ihr ein, dass im Mondschein gebrochene
Kräuter eine ganz besondere Heilkraft besitzen. So begann das Suchen und Pflücken
noch eifriger, dabei murmelten ihre Lippen seltsame Zauberworte. Plötzlich leuchteten
ihr zwei große, gelbfunkelnde Augen entgegen. Entsetzt versuchte sie zu fliehen,
als sie eine Strecke weit gelaufen war, sah sie sich scheu um und erblickte ein
großes, schwarzes katzenähnliches Tier das ihr in wilden Sprüngen über die Büsche
entgegenflog. Es gab kein Entrinnen. Sie vernahm eine heisere Stimme: " Ja, Jungfrau,
jetzt bist du eingetreten in meinen Zauberkreis, und hier kann ich mit dir machen,
was ich will!" Die Katze verwandelte sich in ein altes Weib. Und kaum war die
Verwandlung vollzogen, fasste Watelinde der Jungfrau Lockenhaar, um sie mit sich
auf die Kuppe des Felsens fortzuziehen. In diesen bangen Augenblicken erinnerte
sich jedoch Hilda der Lehren ihrer Mutter und bekreuzigte sich. Da begann es in
der Luft zu brausen; ein Sturmwind umsauste den Gipfel des Hexentanzplatzes, fuhr
hernieder und während Blitze zuckten und ein gewaltiger Donnerschlag die Felsen
ringsum erheben ließ, wurde die böse Watelinde in die Lüfte gehoben, über das Bodetal hinweggefegt und von einer unsichtbaren Hand
gegen die Felsen geschleudert, wo sie selbst zu Stein erstarrte. Dieser Felsen
trägt noch heute die Bezeichnung Hexengroßmutter. Die vom Verderben errettete
Hilda gelangte wohlbehalten in die Hütte ihrer Mutter, heiratete ihren Liebsten
und wurde glücklich.
Einst begehrte der Riese Bodo die schöne Königstochter Brunhilde zur Frau. Sie aber wies den Freier und sein ungestümes Werben ab. Als Brunhilde nun eines Tages auf ihrem Roß durch die Wälder ritt und sich an der Natur erfreute, hörte sie plötzlich ein Stampfen, Unterholz brach, und Bodo näherte sich auf seinem Pferd. Er hatte Brunhildes Spur gefunden und verfolgte und bedrängte nun das Mädchen. Kreuz und quer jagte Brunhilde durch den dichten Wald, doch ihr Versuch, den Verfolger abzuschütteln, misslang. Plötzlich stockte ihr Roß mit jähem Ruck. Vor Brunhildes Augen lag ein gähnender Abgrund. Inzwischen war Bodo in gefährliche Nähe gekommen. Da gab die schöne Königstochter ihrem Pferd beherzt die Sporen und setzte damit zum Sprung über die tiefe Schlucht an. Der Sprung glückte. Tief grub sich der Huf des Rosses beim Aufschlag in den Felsen ein. Brunhilde war gerettet, einzig ihre goldene Krone fiel während des Sprungs in die Tiefe hinab und versank sogleich in dem reißenden Fluss. Bodos Versuch, ebenfalls die andere Seite zu erreichen, schlug fehl. Er stürzte mit seinem Pferd in den Abgrund und wurde als Strafe in einen Hund verwandelt. Man sagt, er bewache die Krone Brunhildes für ewige Zeiten auf dem Grunde jenes nach ihm benannten Flusses.